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An
der Spitze ist man immer einsam
"Benediktbeurer Management Gespräche" bringen Führungskräfte
zusammen
Benediktbeuern - Was
haben Entscheidungsträger von Wirtschaftsunternehmen und
von sozialen Organisationen gemeinsam? Auf den ersten Blick nichts.
Auf den zweiten Blick können sie allerdings viel voneinander
lernen. Rund 50 Manager aus beiden Bereichen trafen sich am Freitag
zum zehnten Mal im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) in
Benediktbeuern, um die Berührungspunkte zwischen den beiden
Welten zu intensivieren.
Die "Benediktbeurer Management Gespräche" entstanden
auf Initiative von Unternehmensberater Michael Thiess und von
Prof. Egon Endres, Dekan der Katholischen Stiftungsfachhochschule
(KSFH). "Führungskräfte von sozialen Organisationen
haben meist ein verkrampftes Verhältnis zur Macht",
sagte Endres. "Mit ihren Kollegen von Wirtschaftsunternehmen
verbindet sie jedoch, dass man an der Spitze stets einsam ist
und in einem turbulenten Umfeld Entscheidungen treffen muss."
Michael Thiess hatte noch ein paar andere Beispiele parat: "Wirtschaftsunternehmen
geben viel für die Intensivierung von einem ,Wir-Gefühl'
aus, welches in sozialen Organisationen schon vorhanden ist. Diese
empfinden das Gefühl aber manchmal als Last und betrachten
es bei wichtigen Entscheidungen als Hindernis." Grundsätzlich,
so monierte Thiess, würde man Sozialeinrichtungen oft eine
gewisse Nichtprofessionalität unterstellen, welche dazu führe,
dass das Leistungssystem nicht entsprechend wahrgenommen werde.
"Das kann unter Umständen zum Kollaps führen",
so Thiess.
Die beiden Initiatoren haben in den vergangenen Jahren immer wieder
"Praktikumsplätze" für Führungskräfte
vermittelt, beispielsweise arbeitete Elmar Baur, Vorsitzender
der Geschäftsführung von Burgmann in Wolfratshausen,
einige Tage bei den Oberland-Werkstätten in Gaißach.
Dadurch entstanden so genannte Netzwerke. Der Erfahrungsaustausch
fand am Freitag hinter verschlossenen Türen statt. "Die
Erfahrungen sind sehr persönlich, und über Firmeninterna
spricht nicht jeder gerne in der Öffentlichkeit", sagte
Endres. Teilnehmer waren unter anderem Horst Hanischfeger, Generalsekretär
des Goethe Instituts, Hermann Metsch, Vorstandsvorsitzender der
Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen und Karlheinz Sämann,
Leiter von Management, Consulting und Personal bei Siemens. Außerdem
beteiligten sich Sr. Hanna Remke aus Schlehdorf, Prof. Franz Schmid
von der KSFH und P. Heiner Heim, Provinzökonom der Salesianer,
an der Diskussion.
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