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Im Kloster miteinander im Gespräch
bleiben
Fünf Jahre Erfahrungsaustausch
Benediktbeuren – „Lassen
sich kritische Ereignisse vorhersagen?“ und um die Frage
und um den „Umgang mit Risiken in Organisationen“
ging es am Wochenende bei den „Management-Gesprächen“
im Kloster Benediktbeuren. Dort treffen sich regelmäßig
Entscheidungsträger aus Wirtschaftunternehmen und sozialen
Organisationen zum Gedankenaustausch.
Initiiert wurden die regelmäßigen
Treffen von Prof. Dr. Egon Endres von der Katholischen Stiftungshochschule
(KSFH) und Michael Thiess, Chef der „Michael Thiess Management
Consultants“ in München. Die Erfahrung der vergangenen
14. Gesprächsrunden im Laufe der letzten fünf Jahre
haben gezeigt, „dass die Unterschiede zwischen Wirtschaftsunternehmen
und sozialen Organisationen bei weitem nicht so groß sind
wie die Phantasien darüber“. Mit dieser Einschätzung
steht Martin Zeller, Leiter der Behindertenwerkstätten in
Gaißach, nicht allein. Und doch ergeben sich aus den unterschiedlichen
Sichtweisen immer wieder heiße Diskussionen.
So verraten die rund 50 Teilnehmer beim jüngsten Treffen
durchaus kontroverse Positionen über die Bedeutung privater
und staatlicher Risikovorsorge. Während Dr. Peter Schenk,
Leiter Kapitalanlage Controlling der Firma „MEAG - Real
Estate München“ die Bedeutung privater Risikovorsorge
heraussstrich, stellte Dr. Heinz Fischer-Heidlberger, Präsident
des Bayerischen Obersten Rechnungshofes, klar: „Der Staat
ist die größte Risikovorsorge überhaupt.“
Die Attraktivität der
Veranstaltung liegt im ungezwungenen Austausch über die unterschiedlichen
Sichtweisen der Teilnehmer. So schätzt Andreas Grathwohl,
Geschäftsführer der „Gundlach Berlin Display +
Verpackung GmbH“ die „Anregungen, die einen manchmal
auch anhalten und nachdenken lassen“. Einen hohen Stellenwert
haben für Grathwohl aber auch die persönlichen Kontakte,
die aus den Gesprächsrunden erwachsen sind, und nicht zuletzt
die „sehr angenehme Umgebung“, die den Alltag des
Großstädters durchbricht.
Rund die Hälfte der
Teilnehmer der jüngsten Runde hatte bereits an einem der
früheren Treffen teilgenommen. So auch Karl-Heinz Hein-Rothenbücher,
Geschäftsführer des Missionsärztlichen Instituts
Würzburg. Rothenbücher schätzt vor allem die Möglichkeit,
in Benediktbeuren mit Vertretern der Pharmaindustrie heikle Themen
anzusprechen. So habe er sich beim letzten Treffen über die
hohen Preise für Aids-Medikamente in Afrika beschwert. „Die
Pharmaleute sind mit der Situation vor Ort oft gar nicht vertraut.“
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